Montessori Kleiderschrank

Titelbild: Ann Hendrix( @annhbehappy )

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Viele Kleinkinder möchten am liebsten schon alles alleine schaffen und eigene Entscheidungen treffen. Das gilt auch für das Thema Kleidung: Sie möchten selbst auswählen, was sie heute anziehen. Doch wenn die Klamotten zusammengefaltet in einer Schublade liegen oder hoch oben im Kleiderschrank baumeln, sind sie immer auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen. Das ist frustrierend und bremst sie auf dem natürlichen Weg zu mehr Eigenständigkeit aus.

In Kinderzimmern, die nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik eingerichtet sind, findet man deshalb offene Mini-Kleiderschränke, die es schon kleinen Kindern ermöglichen, selbst Kleidung herauszunehmen. Das fördert die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen der Kinder. Oft lernen die Minis schon im Alter von 1,5 bis 2 Jahren sich selbst an- und ausziehen.

Dieser Montessori-Kleiderschrank im Wandschrank stammt von Ann Hendrix. Von ihr stammt auch das Titelfoto. Auf Instagram postet sie mehr Montessori-Tipps. Schaut mal rein: @annhbehappy.

In diesem Blogpost erfährst du mehr über die Eigenschaften und Vorteile des Montessori-Kleiderschranks für Kleinkinder. Außerdem gibt es Inspiration aus echten Kinderzimmern und Ikea Hacks für den einfachen und günstigen Bau eines Montessori-Kleiderschranks.

Was ist ein Montessori-Kleiderschrank?

Wie sieht ein Montessori-Kleiderschrank also idealerweise aus. Hier gleich ein Beispiel.

Montessori Kleiderschrank auf Basis Ikea Trofast
Foto: Kylie Magyar

Ein Montessori Kleiderschank hat in der Regel keine Türen und Schubladen. Die Kleidung ist leicht sichtbar und erreichbar. Sie hängt zum Beispiel an Kleiderbügeln an einer Kleiderstange auf Augenhöhe oder liegt in Körben. Das Kind hat einfachen Zugang zu seinen Klamotten.

Dieser Montessori Kleiderschrank wurde Trofast von IKEA* konstruiert. Herzlichen Dank an Kylie Magyar für das Foto.

Warum ist ein Montessori-Kleiderschrank sinnvoll?

Doch bei der Einrichtung eines Montessori Kleiderschrank geht es nicht nur darum, dass ein Kind möglichst früh unabhängig wird, indem es lernt, sich selbst anzuziehen. Das Anziehen, Zusammenlegen und Pflegen der eigenen Kleidung ist eine wichtige Fähigkeit fürs ganze Leben. Und wir alle wissen, dass selbst manche Erwachsene sie nicht 100% beherrschen ;). Doch Spaß beiseite, für überzeugte Montesorri-Eltern geht es auch darum, den Kinder schon früh eine gewisse Liebe zu Ordnung, Einfachheit und Ästhetik zu vermitteln.

Ein Montessori Kleiderschrank zielt darauf ab, dass schon Kleinkinder bei der Kleiderauswahl mitentscheiden können und, wenn sie möchten, den ganzen Prozess des Umziehens allein durchführen können ohne dass sie einen Erwachsenen bitten müssen, ihnen Socken oder einen Pullover aus dem riesigen Schrank oder einer Schublade zu holen. Das stärkt das Selbstbewußtsein und die Autonomie der Kinder und die erworbene Unabhängigkeit erleicht langfristig auch das Leben der Eltern.

Für viele Kleinkinders ind es auch gerade die Übergänge im Tagesablauf die schwierigen Phasen: Sich morgens fertig machen, hinlegen zum Mittagsschlag oder abends das zubettgehen. Manchmal hilft es, wenn sie beim An- und Ausziehen mithelfen können, so werden sie ruhiger und ausgeglicher. Es erhöht das Gefühl der Autonomie und die Zufriedenheit. Es wird nicht einfach etwas mit ihnen gemacht, sondern sie können mitmachen und mitentscheiden.

Außerdem trainieren sie natürlich beim An- und Ausziehen ihre Feinmotorik und Koordination.

So lernen Kleinkinder Ordnung halten

Ein häufiger Einwand gegen einen Mini-Kleiderschrank ist die Sorge der Eltern, dass die Kinder ein riesiges Chaos anrichten werden, und man nachher keine Socke mehr findet, wenn man dringend eine braucht. Doch es gibt einige Tricks, mit denen man dies verhindern kann und die dabei helfen, dass schon Kleinkinder lernen Ordnung zu halten

Schublade und Körbe mit Etiketten versehen

Wo waren noch einmal die Socken und wo die T-Shirts? Wenn ihr Schubladen oder Körbe nutzt, sind Etiketten mit Bildern sehr hilfreich. So wissen die Kinder sofort, wo sie was finden und es ist auch leichter für sie Klamotten eigenständig wegzuräumen. Der Montessori Kleiderschrank in diesem Bild wurde mit dem TROFAST* von IKEA gebaut.

Montessori Kleiderschrank mit Etiketten
Kleiderschrank und Foto von Lucia Ticozzi

Wäschekorb und Spiegel neben dem Kleiderschrank

In Montessori Kleiderzimmern findet man oft auch einen Wäschekorb und einen Spiegel neben dem Kleiderschrank.

Im Spiegel können sich die Kinder selbst bei ihren Anziehversuchen beobachten. Das hilft ihnen beim Lernen.

Ein kleiner Wäschekorb neben dem Kleiderschrank hilft es Kleinkindern zu lernen, schmutzige Wäsche direkt wegzuräumen. Sie verstehen so auch besser, wie der ganze Zyklus von Anziehen, Ausziehen, Waschen und Einräumen funktioniert. Die meisten Kinder lieben es, die schmutzige Wäsche später in die Waschmaschine zu werfen und den Start-Knopf zu drücken.

Montessori Kleiderschrank mit Etiketten und Wäschekorb
Foto: Silvia Olivas

Wie viele Klamotten gehören in den Montessori Kleiderschrank?

Manche Eltern, die einen Montessori Kleiderschrank einrichten, starten mit einem kleinen Schrank, in dem zunächst nur ein oder zwei Outfits hängen. Das erspart Stress, denn gerade am Anfang landet auch hin- und wieder alles auf dem Boden.

Es mag seltsam klingen, aber eine begrenzte Auswahl kann auch die Frustration von Kleinkindern wirklich verringern. Du kannst zum Beispiel 1-2 Outfits raushängen, bis dein Kind mit der Routine des Kleideraussuchens gut zurechtkommt. Man kann auch mit 2 Outfits beginnen und mit der Zeit mehr Kleidung hinzufügen.

Es hilft auch, einen Capsule Wardrobe zusammenzustellen, also ein Set aus Klamotten, die untereinander einfach kombinierbar sind. Das ist vor allem für Eltern wichtig, denen wichtig ist, dass ihr Kind einigermaßen normal gekleidet aus dem Haus geht 😉

Kleinkind vor einem Montessori Kleiderschrank
Montessori Kleiderschrank und Foto von Nicole Nascimento

Dieser Montessori Kleiderschrank steht bei Nicole Nasciemento. Sie hat dafür IKEA Kallax* mit dem passenden Tür und Schubladen- Einsatz genutzt. Im Spiegel direkt daneben kann sich ihr Sohn beim Ankleiden anschauen. Nicole hängt immer nur wenige Outfits raus, aus denen ihr Kind wählen kann. So vermeidet sie Reizüberflutung und Chaos.


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